ein religiöser Verlag
Ein religiöser Scharlatan gründet einen religiösen Verlag.
Ein religiöser Scharlatan legt den Grundstein für einen religiösen Verlag. Sein Nachfolger macht aus diesem Wirtschaftsunternehmen eine Religion "Jehovas Zeugen".
Das Ziel von Jehovas Zeugen ist, für den religiösen Verlag "WATCH TOWER SOCIETY" tätig zu sein, der dafür einen Gotteslohn verspricht und seine "Arbeiter" von weltlicher Bildung fern hält. Hielt der Religionsgründer Rutherford noch von Familiengründung und Kinder ab, so wird heute den Kindern, Jugendlichen und den Eltern eine nur minimalste Schulausbildung nahe gelegt und empfohlen.
Der Werdegang hat weniger mit Religion als der Entwicklung eines Verlages zu tun.
Wichtige Ereignisse in der neuzeitlichen Geschichte der Zeugen Jehovas
1870
Charles Taze Russell und eine Gruppe aus Pittsburgh und aus Allegheny (Pennsylvanien, USA) beginnen, systematisch die Bibel zu studieren
1870—75
Russell und seine Studiengefährten erkennen, daß Christus, wenn er wiederkommt, für menschliche Augen unsichtbar sein muß und daß der Zweck seiner Wiederkunft unter anderem darin besteht, alle Familien der Erde zu segnen
1872
Russell und seiner Studiengruppe wird der Wert des Loskaufspreises bewußt, den Christus für die Menschheit beschaffte
1876
Im Januar erhält C. T. Russell eine Ausgabe des Herald of the Morning (Herold des Morgens); er trifft sich mit N. H. Barbour, dem Herausgeber, im Sommer in Philadelphia (Pennsylvanien)
In einem von C. T. Russell verfaßten Artikel, der in Brooklyn (New York) in der Oktoberausgabe des Bible Examiner (Prüfer der Bibel) erscheint, wird darauf hingewiesen, daß 1914 die Zeiten der Nationen enden
1877
Veröffentlichung des Buches Three Worlds (Drei Welten) als Ergebnis gemeinsamer Bemühungen von N. H. Barbour und C. T. Russell
C. T. Russell veröffentlicht im Verlag des Herald of the Morning in Rochester (New York) die Broschüre The Object and Manner of Our Lord's Return (Der Zweck und die Art und Weise der Wiederkunft unseres Herrn)
1879
Wegen Barbours Einstellung zum Lösegeld entzieht Russell im Mai dem Herald of the Morning jede Unterstützung
Erste Ausgabe von Zions Wacht-Turm und Verkünder der Gegenwart Christi, Juli 1879 (engl.)
1881
Erste von den Bibelforschern herausgegebene Traktate; vor 1914 wurden jährlich viele Millionen Traktate in 30 Sprachen verbreitet
Zion's Watch Tower Tract Society wird gegründet; Aufruf „1 000 Prediger gesucht" — einige sollen Kolporteure sein, andere sollen für die Verbreitung der biblischen Wahrheit soviel Zeit wie möglich einsetzen
In Großbritannien werden in größeren Städten 300 000 Exemplare der Publikation Speise für denkende Christen an Kirchgänger verteilt
1883
Der Wacht-Turm erreicht China; eine ehemalige presbyterianische Missionarin beginnt dort bald, anderen Zeugnis zu geben
1884
Die Publikation Speise für denkende Christen erreicht Liberia (Afrika); ein dankbarer Leser bittet in einem Brief um weitere Exemplare zur Verbreitung
Die Statuten von Zion's Watch Tower Tract Society werden in Pennsylvanien eingereicht; die amtliche Eintragung erfolgt am 15. Dezember
1885
Wachtturm-Publikationen werden bereits von einigen wahrheitshungrigen Menschen in Nord- und Südamerika, Europa, Afrika und Asien gelesen
1886
Der göttliche Plan der Zeitalter erscheint als erster Band der Serie Millennium-Tagesanbruch (später Schriftstudien genannt)
1889
In der Arch Street in Allegheny (Pennsylvanien) wird das Bibelhaus gebaut, das dann als Hauptbüro der Gesellschaft dient
1891
Erste als Kongreß oder Hauptversammlung bezeichnete Zusammenkunft der Bibelforscher (19. bis 25. April) in Allegheny (Pennsylvanien)
1894
Die Gesellschaft sendet reisende Aufseher aus, die die Versammlungen planmäßig besuchen und die schließlich Pilgerbrüder (heute Kreis- und Bezirksaufseher) genannt werden
1900 I
n London (England) wird das erste Zweigbüro der Watch Tower Society eröffnet
Die Bibelforscher haben bereits in 28 Ländern Zeugnis gegeben, und die Botschaft, die sie predigen, ist in 13 weitere Länder vorgedrungen
1903
Eifrige Verbreitung kostenloser Traktate von Haus zu Haus an Sonntagen; davor wurden Traktate oft in der Nähe von Kirchen auf der Straße verteilt
1904
Predigten von C. T. Russell beginnen regelmäßig in Zeitungen zu erscheinen; weniger als zehn Jahre später werden sie von ungefähr 2 000 Zeitungen gedruckt
1909
Das Hauptbüro der Gesellschaft wird im April nach Brooklyn (New York) verlegt
1914 I
m Januar wird in New York erstmals das „Photo-Drama der Schöpfung" gezeigt; noch vor Jahresende haben es mehr als 9 000 000 Personen in Nordamerika, Europa und Australien gesehen
Am 2. Oktober verkündet C. T. Russell im Speisesaal des Bethels in Brooklyn: „Die Zeiten der Nationen sind vorbei"
Die Bibelforscher predigen emsig in 43 Ländern und Inselgebieten; 5 155 Personen geben anderen Zeugnis; beim Gedächtnismahl werden 18 243 Anwesende gezählt
1916
C. T. Russell stirbt am 31. Oktober im Alter von 64 Jahren während einer Bahnfahrt durch Texas
1917
Am 6. Januar wird J. F. Rutherford Präsident der Gesellschaft, nachdem ein dreiköpfiger geschäftsführender Ausschuß die Angelegenheiten der Gesellschaft etwa zwei Monate lang verwaltet hat
Am 17. Juli wird das Buch Das vollendete Geheimnis der Bethelfamilie in Brooklyn übergeben; vier Personen, die als Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft gedient haben, erweisen sich als Gegner; danach sind viele Versammlungen gespalten
1918
Der Vortrag „Die Welt ist am Ende — Millionen jetzt Lebender mögen nie sterben" wird zum ersten Mal am 24. Februar in Los Angeles (Kalifornien) gehalten; in Boston (Massachusetts) lautet das Thema am 31. März: „Die Welt ist am Ende — Millionen jetzt Lebender werden nie sterben"
Am 7. Mai werden gegen J. F. Rutherford und seine vertrauten Mitarbeiter Haftbefehle auf Bundesebene erlassen; die Gerichtsverhandlung beginnt am 5. Juni; sie werden am 21. Juni (einer am 10. Juli) zu hohen Freiheitsstrafen in einer Bundesstrafanstalt verurteilt
Im August wird das Hauptbüro in Brooklyn geschlossen; die anfallende Arbeit wird für über ein Jahr wieder in Pittsburgh erledigt
1919
Die geschäftsführenden Vorstandsmitglieder der Gesellschaft und deren Mitarbeiter werden am 26. März gegen eine Kaution freigelassen; am 14. Mai hebt das Berufungsgericht das Urteil der unteren Instanz auf, und ein Wiederaufnahmeverfahren wird angeordnet; am 5. Mai des folgenden Jahres zieht die Behörde die Anklage zurück und stellt das Verfahren ein
Um festzustellen, ob das Werk der Bibelforscher wiederbelebt werden kann, hält J. F. Rutherford am 4. Mai in Clune's Auditorium in Los Angeles (Kalifornien) den öffentlichen Vortrag „Die Hoffnung für die bedrängte Menschheit"; der Saal kann die Menge der Zuhörer nicht fassen, und der Vortrag muß wiederholt werden
Kongreß der Bibelforscher vom 1. bis 8. September in Cedar Point (Ohio); die Herausgabe der Zeitschrift Das Goldene Zeitalter (heute Erwachet!) wird angekündigt
Als Ansporn für den Predigtdienst wird das Bulletin (heute Unser Königreichsdienst) herausgegeben
Gemäß dem Jahresbericht beteiligen sich 5 793 Bibelforscher in 43 Ländern und Inselgebieten an der Predigttätigkeit; die berichtete Zahl der Anwesenden beim Gedächtnismahl beträgt 21 411
1920
Die Watch Tower Society beginnt, in Brooklyn selbst zu drucken
1922
Am 26. Februar wird in Kalifornien erstmals ein biblischer Vortrag von J. F. Rutherford im Rundfunk übertragen
Kongreß der Bibelforscher vom 5. bis 13. September in Cedar Point (Ohio); Aufruf „Verkündet, verkündet, verkündet den König und sein Königreich"
Eine Aktion der Geistlichkeit in Deutschland zielt darauf ab, Bibelforscher, die biblische Literatur verbreiten, verhaften zu lassen
1924
Am 24. Februar beginnt der WBBR (der erste eigene Rundfunksender der Watch Tower Society), ein Programm auszustrahlen
1925
Der Wacht-Turm vom 15. April behandelt die Geburt des Königreiches Gottes im Jahre 1914 und zeigt, daß es zwei verschiedene, einander bekämpfende Organisationen gibt — Jehovas und Satans Organisation
1926
Es wird dazu ermuntert, beim Predigen von Haus zu Haus an Sonntagen Bücher anzubieten
1928
In New Jersey (USA) werden Bibelforscher verhaftet, weil sie beim Predigen von Haus zu Haus Literatur verbreitet haben; innerhalb eines Jahrzehnts kommt es in den Vereinigten Staaten zu über 500 jährlichen Festnahmen
1931
Der Name Jehovas Zeugen wird am 26. Juli auf einem Kongreß in Columbus (Ohio) und danach auf weiteren Kongressen auf der ganzen Erde durch eine Resolution angenommen
1932
In dem Werk Rechtfertigung, Band 2 wird erklärt, warum biblische Wiederherstellungsprophezeiungen sich nicht an den natürlichen Juden, sondern am geistigen Israel erfüllen
Die Einrichtung der „Wahlältesten" wird in Übereinstimmung mit den Erläuterungen in den Wachtturm-Ausgaben vom 15. September und vom 1. Oktober abgeschafft
1933 I
n Deutschland werden Jehovas Zeugen verboten. Während der heftigen Verfolgung, die bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs andauert, werden 6 262 Zeugen verhaftet und verbringen insgesamt 14 332 Jahre in Haft; 2 074 von ihnen werden in Konzentrationslager eingeliefert und verbringen dort insgesamt 8 332 Jahre
Mit Hilfe von Plattenspielern und Lautsprecheranlagen (manchmal auf Autos installiert) lassen die Zeugen Aufnahmen von biblischen Vorträgen auf öffentlichen Plätzen ablaufen
1934
Die Zeugen verwenden tragbare Grammophone, um für Interessierte Schallplatten mit kurzen biblischen Predigten abzuspielen
1935
In einem am 31. Mai in Washington (D. C.) gehaltenen Kongreßvortrag wird gezeigt, daß es sich bei der „großen Schar" um eine irdische Klasse handelt; auf dem Kongreß lassen sich 840 Personen taufen; die Hoffnung, daß treue Diener Gottes, die jetzt am Leben sind, auf einer paradiesischen Erde ewig leben werden, wird nun immer mehr hervorgehoben
In Honolulu (Hawaii) bezeichnet man zum ersten Mal eine Zusammenkunftsstätte als Königreichssaal
1936
Königreichsverkündiger tragen erstmals Plakate, auf denen biblische Vorträge für die Öffentlichkeit angekündigt werden
Es wird dazu ermuntert, mit interessierten Personen anhand der Bibel und des von der Gesellschaft herausgegebenen Buches Reichtum Studien zu beginnen; oft sind es Gruppenstudien
1937
Die Zeugen spielen direkt an den Haustüren Schallplatten mit biblischen Ansprachen auf tragbaren Grammophonen ab
1938
Im Einklang mit den Wachtturm-Ausgaben vom 1. und vom 15. Juli werden Aufseher in den Versammlungen nicht mehr durch ein demokratisches Verfahren, sondern auf theokratische Weise ausgewählt
Für jeweils mehrere Versammlungen werden Zonenversammlungen organisiert (heute Kreiskongresse genannt)
1939—45
In 23 Nationen des Britischen Reiches und des Commonwealth werden Jehovas Zeugen oder ihre biblische Literatur verboten
1940
Zur regulären Tätigkeit der Zeugen Jehovas gehört von nun an die Verbreitung der Zeitschriften Wachtturm und Trost auf den Straßen
Die am 3. Juni vom Obersten Bundesgericht der Vereinigten Staaten gefällte Entscheidung, wonach der Fahnengruß ohne Rücksicht auf jemandes religiöse Überzeugung Pflicht bleiben soll, löst im ganzen Land Pöbelaktionen gegen Jehovas Zeugen aus
1941
Obwohl der Zweite Weltkrieg in Europa wütet und sich nach Afrika und Asien ausbreitet, wird eine Höchstzahl von 109 371 tätigen Zeugen in 107 Ländern und Inselgebieten erreicht und damit die 100 000er-Grenze überschritten
1942
J. F. Rutherford stirbt am 8. Januar in San Diego (Kalifornien)
Am 13. Januar wird N. H. Knorr der dritte Präsident der Gesellschaft
Im Laufe des Jahres werden insgesamt 11 325 143 Exemplare des Wachtturms in verschiedenen Sprachen gedruckt
Am 16. Februar wird ein Fortbildungskurs im theokratischen Dienstamt für Mitarbeiter des Hauptbüros der Gesellschaft eröffnet
Die Watch Tower Society druckt auf eigener Presse (einer Rotationsmaschine) eine vollständige Ausgabe der King-James-Bibel
1943
Die erste Klasse der Wachtturm-Bibelschule Gilead beginnt am 1. Februar mit ihrem Unterricht
Auf Kongressen im April wird für die Versammlungen der Zeugen Jehovas der Kurs im theokratischen Dienstamt eingeführt (heute Theokratische Predigtdienstschule genannt)
Das Oberste Bundesgericht der Vereinigten Staaten entscheidet 20 von 24 Fällen zugunsten von Jehovas Zeugen; das Oberste Bundesgericht Australiens hebt das Verbot, das über die dort lebenden Zeugen verhängt worden war, am 14. Juni auf
1945
Vom 1. Oktober an hängt die Stimmberechtigung bei der Wahl des Vorstands der Gesellschaft nicht mehr von Geldspenden ab
Jeden Monat werden durchschnittlich 104 814 kostenlose Heimbibelstudien durchgeführt
1946
Während der vorangegangenen sieben Jahre wurden über 4 000 Zeugen Jehovas in den Vereinigten Staaten und 1 593 in Großbritannien wegen ihrer christlichen Neutralität verhaftet und zu Freiheitsstrafen zwischen einem Monat und fünf Jahren verurteilt
In diesem ersten Jahr nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligen sich 6 504 Personen als Pioniere am Vollzeitdienst
Die Zeitschrift Erwachet! (vorher Das Goldene Zeitalter und Trost) erscheint; im Laufe des Jahres werden 13 934 429 Exemplare gedruckt
In Griechenland werden über 470 Zeugen vor Gericht gestellt, weil sie biblische Lehren verbreitet haben
1947
Bei den Gerichten von Quebec (Kanada) sind 1 700 Verfahren anhängig, die das Evangelisierungswerk der Zeugen Jehovas betreffen
Es gibt bereits mehr als 10 000 Versammlungen, weltweit insgesamt 10 782
1950
Am 2. August wird auf dem Kongreß in New York die Neue-Welt-Übersetzung der Christlichen Griechischen Schriften freigegeben
1953
Am 1. September beginnt ein umfangreiches Programm, durch das Jehovas Zeugen im Predigen von Haus zu Haus geschult werden
1957
Jehovas Zeugen setzen für die Verkündigung des Königreiches Gottes und die Durchführung von Bibelstudien mit Neuinteressierten in 169 Ländern und Inselgebieten 100 135 016 Stunden ein
1958
Zu dem internationalen Kongreß „Göttlicher Wille" in New York kommen 253 922 Personen aus 123 Ländern und Inselgebieten; 7 136 lassen sich taufen
1959
Ab 9. März wird in South Lansing (New York) erstmals die Königreichsdienstschule für Versammlungsaufseher und reisende Aufseher durchgeführt
Jehovas Zeugen - eine Religion des Verlagswesens?
Ohne gedruckte Bücher und Zeitschriften kommt keine Religion aus. Das ist ansich auch kein Problem. Religion und Glaubenssätze werden schriftlich festgehalten und überliefert.
Es dürfte wohl keine Religiom geben, die aber ihre Lehren so sehr wiederholt, dass sie laufend und regelmäßig Zeitschriften und Bücher drucken muss.
Würde es nicht ausreichen, wenn es ein paar Bücher gäbe, die Bibel und die darin niedergeschriebenen Glaubenslehren für Gottesdienste verwendet würden?
Warum aber dann so ein Verlagswesen? Weil der Verlag das Geschäft ist?
Wo bleibt da wahrer Glaube?
Statt Glaubensbetrachtung, wird der Zeuge Jehovas mit Literatur bombadiert, die er doch gar nicht benötigt - bei einigem Überlegen wird dies jedem ZJ auch verständlich sein. Was steht schon Neues in den Zeitschriften? Oder was steht Neues in neuen Büchern? Wirklich Neues könnte sicherlich in einem Brief zusammengefasst werden. dazu benötigten auch Jehovas Zeugen keine Zeitschriften und neu aufgelegte Bücher.
In der Versammlung müsste nicht mehr geprobt werden wie die neuesten Zeitschriften an die Frau und an den Mann gebracht werden können. Die Vertriebstätigkeit für Zeitschriften müsste nicht mehr geübt werden.
Jehovas Zeugen könnten vielmehr lernen, wie biblische Lehren vermittelt werden könenn und wie ein Leben als Christ tatsächlich auszusehen hat.
Man muss sich, glaube ich, von der Vorstellung lösen, die Zeugen Jehovas wären eine Religion im klassischen Sinne. Die Bibelforscher der ersten Stunde waren lediglich Gläubige, die zusammen kamen, um über die Schriften ihres Gurus Charles Taze Russel zu diskutieren. Erst der Nachfolger des Verlags, Rutherford, hat die Gunst der Stunde erkannt und daraus eine Sekte gestrickt, die sich hervorragend als kostenlose Vertriebsorganisation für die schrägen Druckwerke seiner Firma nutzen ließen.
Wer glaubt, dass Rutherford ein geligiöser Mensch war, kann auch genauso gut auch an den Klapperstorch glauben.
Seit Rutherfords Zeiten hat sich im Prinzip nicht viel geändert. Nur dass man heute, um Steuern zu umgehen, die Gläubigen dazu animiert, die eigene und die für den Vertrieb bestimmte Literatur in Form von Spenden zu bezahlen.
Was aber nicht so ganz zu klappen scheint, wie die seit einigen Jahren deutlich reduzierte Qualität und Quantität der Bücher von Watchtower Inc. belegen. Zu meiner Zeit jedenfalls gab es noch richtige, gebundene Bücher, in denen man jahrelang rumblättern konnte. Die Broschüren von heute mit ihrer billigen Lumbeck-Bindung hingegen fallen schon nach wenigen Wochen auseinander.
Sie sind eben so kurzlebig wie ihr Inhalt.
Für mich stellt sich die Frage so:
Aus welchem Beweggrund handeln Jehovas Zeugen, dieses Verlagsunternehmen Watchtower Inc. ?
Ist es christliche Religiosität? Ist es Gläubigkeit?
Oder:
Ist es ein Verlag, der seine Leser mit immer neuen Variationen des selben Themas beglückt?
Jetzt da ich nicht mehr dabei bin, kann ich in Ruhe folgendes feststellen:
Ohne die ständige Berieselung kann ich selbst über den Sinn nachdenken, kann selbst eine spirituelle Vorstellung entwickeln. Meinen Glauben entwickeln. Individuell. Etwas was Jehovas Zeugen ablehnen, was sie aber denjenigen ähnlich werden lässt die sie als negativ hinstellen: in einheitlichen Ritualen handeln. Dabei ist es egal, ob Gebetsmühlen verwendet werden oder der Rosenkranz gebetet wird.
Fazit:
Viel Papier ohne wahre Inhalte. Wer denkt, das was in den Druckschriften geschrieben steht sei hochstehend und schwer verständlich, dem sei gesagt, es ist ganz einfach unverständliches Gesabbel ohne geistigen Inhalt. Deswegen ist es nicht verständlich.
Ich denke auch, dass weder Russell noch Rutherford religiöse Menschen waren. Und diejenigen die heute diesen Verlag Watchtower Inc. leiten, sind sicherlich ebenso wenig religiös. Der Vergleich mit dem Klapperstorch gefällt mir. "Wer heute glaubt, die Führung dieses Verlages Watchtower Inc. sei religiös, muss sicherlich an den Klapperstorch glauben."
Für mich wird deutlich, dass Religion nur Mittel zum Zweck des Geldverdienens war und ist. Ob "Oden der Vollzeitdiener", Ordensähnliche Gemeinschaft" oder "Körperschaft des öffentlichen rechts" ist alles eine Methode, den Schein einer Religion zu errichten und gleichzeitig die wirtschaftliche Ziele zu verfolgen.
>>>Es dürfte wohl keine Religiom geben, die aber ihre Lehren so sehr wiederholt, dass sie laufend und regelmäßig Zeitschriften und Bücher drucken muss.
>>>Würde es nicht ausreichen, wenn es ein paar Bücher gäbe, die Bibel und die darin niedergeschriebenen Glaubenslehren für Gottesdienste verwendet würden?
Natürlich würde es vollkommen ausreichen. Nimm nur als Beispiel die Mormonen. Deren Missionare predigen auch von Haus zu Haus. Bei mir waren sie auch schon ein paar mal. Dabei bieten sie immer nur das Buch Mormon an. Daneben haben sie noch ein anderes Buch, der Titel ist mir entfallen, welches sie mit interessierten Personen studieren. Und anscheinend haben sie dabei auch noch mehr Erfolg als die ZJ, so habe ich irgendwo im Internet gelesen, dass sie in den letzten 10 Jahren etwa die höchsten Wachstumsraten unter den gängigen Sekten und Sondergemeinschaften aufzuweisen haben. ( Dass die Mormonen evtl. durch andere Aktivitäten mehr Geld machen als die ZJ, will ich alerdings nicht ausschließen).
Zumindest zeigt dies auf, dass die ständig fortwährende Literaturproduktion der WTG nicht unbedingt notwendig ist, um neue Anhänger zu gewinnen und sich religiös zu betätigen.
Die Sache ist doch folgende:
Russel kann völlig unreligiös, ja er kann ein Atheist gewesen sein (das hat womöglich erst ermöglicht, dass er so war wie er war), und dennoch jede Menge religiöser Ansichten zu Papier gebracht haben.
Heute dies und morgen jenes. Ein religiöser Mensch hat sich da häufig sehr schnell erschöpft. Er handelt dafür mehr in persönlichen christlichen werken. Russell und später Rutherford waren sicherlich nicht religiös. Jeder womöglich in seinen Jugendjahren, aber bestimmt nicht im Alter.
Rutherford hat womöglich sogar ehrlich 'falsche' Zeitprophezeiungen verkündet - auf der Basis dessen, was Russel ihm hinterlassen hat. Doch ich bin fest überzeugt, dann hat es bei Rutherford irgendwann klick gemacht - und das muss so um die Zeit gewesen sein, als er erkannte, dass sowohl die eigenen Aussagen als auch die Aussagen Russells falsch waren. Ich datiere dies auf die Zeit, als Rutherford den Spruch erfand: "Religion ist ein Gimpelfang".
Damals ging eine Veränderung vor sich: Rutherford formte die Vertriebstätigkeit des Verlagsunternehmens. Drucken und Geld verdienen. Kostenlose und willige Arbeiter gerade im "Vertrieb" fand er genügend. Statt predigen, predigen, predigen kann man auch sagen: Geld, Geld, Geld.
Bei Jehovas Zeugen steht nicht Religion im Mittelpunkt oder ein christliches Leben.
Bei Jehovs Zeugen seht allein die Tätigkeit für diesen religiösen Verlag im Mittelpunkt ihres ganzen Zusammentreffens und ihrer Betätigung.
Jehovas Zeugen sind keine Religion. Unter dieser Bezeichnung werden nur die Menschen zusammengefasst, die für diesen Verlag Werbung betreiben und Spenden einsammeln - die sich für die Interesen dieses Verlagsunternehmen einsetzen.
Man sollte sich nicht so einfach täuschen lasse! Dass der Staat keine Religion beurteilt ist gut.
Nur man muss eben aufpassen, dass sich Scharlatane nicht als Religion tarnen. Man stelle sich die NPD als Religion vor. Es kann nicht sein, dass man sein wirtschaftliches Handeln als Religion verkauft. Darum geht es. Jehovas zeugen sind die Tarnung für ein Wirtschaftsunternehmen.
Man muss eines feststellen und darf sich durch doppelzüngiges Gerede nicht täuschen lassen:
Bei Jehovas Zeugen hat in der Sache immer das Verlagsunternehmen gehandelt. So sehe ich das jedenfalls.
Der gesamte Geschäftsbetrieb ist auf das Verlagswesen ausgerichtet. Wöchentlich soll jeder Zeuge Jehovas ein 2 Stunden-Seminar besuchen, das sich ausschließlich der Schulung und Anleitung für die Verbreitungstätigkeit der Schriften dieses Verlages widmet. Eine Stunde nennt sich Predigtdienstschule. Hier werden die Anwesenden mit den Techniken der Verbreitung der Schriften bekannt gemacht und darin geschult. Dann gibt es die Dienstzusammenkunft und wenn ich mir die Programm-Vorgaben im Königreichsdienst ansehe, dann kann ich nur feststellen, dass auch diese Dienstzusammenkünfte der Vorbereitung auf das Verbreitungswerk der Schriften dieses Verlages ausgerichtet ist. Bibelthemen sind nur Beiwerk. Es geht nicht um die Vermittlung von Glauben. Es geht einzig um die Schulung zum Predigen. Bibelthemen sind nur schmückendes Beiwerk der Veranstaltungen.
Dass einzig dieser Verlag die Bibel dahin auslegt, dass ein wesentlicher, wenn nicht sogar ein unabdingbarer Bestandteil der Gottesanbetung das Predigen sei, so ist das eine 'Erfindung' und Verdrehung der Bibel zum Zwecke dessen, dass sich Menschen bereit erklären kostenlos die Werbetätigkeit für diesen Verlag auszuführen. Das ist keine religiöse Aussage. Das ist eine "Bibelauslegung zur Täuschung ehrlicher Menschen". Keine andere Glaubensgemeinschaft und keine christliche Religion lehrt so etwas.
Außerdem weichen Zeugen Jehovas auch immer einer diesbezüglichen Diskussion aus. Sie können in Wahrheit und bei ehrlicher Betrachtung der von der Wachtturmgesellschaft für ihre Zwecke verbogenen Bibelauslegung, ehrlicherweise keinen biblischen Beweis dafür antreten, dass Christen predigen müssen.
Die nachfolgende Meinung möchte ich hier als Zitat einfügen:
Quote:Und wenn man die Vehemenz, mit der die WTG das Predigen betreibt, näher anschaut, bleibt kein anderer Schluss übrig. Denn, wenn es sich nur um die Wahrheit handelt, warum tut man das nicht mit bloßer Bibel? (Als Hilfe eventuell noch eine Konkordanz dazu.) Die Flut der Bibel "klärenden" Büchern hat die Bibel als Buch der Bücher an der Tür schon lange verdrängt.
Kennzechnend für die Bücherflut ist ihre verblüffende Ähnlichkeit. Genauso wie die Krimis einen bestimmten Anfang, Ablauf und das Ende haben, so auch diese Bücher. Wenn Du einige Krimis gelesen hast, kennste wahrscheinlich alle anderen; viellecht nicht in Einzelheiten, aber in etwa. Wenn Du einige Bibel "klärenden" Bücher gelesen hast, oder Dich mit dem WT eine Zeit lang befasst hast, kennst möglicher Weise die zukünftigen Ausgaben, die dann so lauten: "Der Tag Jehovas ist nah: näher als jäh zuvor!", "Wenn wir das wissen, was TUN? - PRDEDIGEN." Jede Diskussion mit den ZJ fängt und endet mit dem Stichwort predigen, wie bei den Adventisten der Sabbat.
Ob sie eine Religion ist, würde ich bejaen. Aber nicht im Sinne für die Annerkennung des Status des öffentlichen Rechts, sondern im negativen Sinne. Denn jede Religion beschränkt die freie Meinungsäßerung. Wo Schranken aufgestellt sind, kann der Heilige Geist nicht wirken. Das sieht man in jeder religiösen Doktrin. Versuch Mal der katholischen Kirche den Papst wegzurationalisieren; dem Islam den Mohammed, den Adventisten den Sabbat, der WT-Kirche den "Überrest". Du wirst kläglich scheitern.
Aber wozu brauchen wir überhaupt eine organisierte Kirche? Nicht einmal die Urgemeinde hatte solchen Strukturvertrieb, den alle Religionen aufweisen. Der Petrus, der als der erste Papst gilt, wurde öffentlich von einem Paulus getadelt. Wenn er die Autorität eines Kanals innehätte, wäre Paulus möglicher Weise nicht ganz ungeschoren davongekommen.
Darum bin ich der Meinung, dass die Christen nur ihrem Gewissen untertan sein sollten. Und erst, wenn der Herr Jesus gekommen sein wird, wird gejätet. Wir können und sollen uns gegenseitig ermahnen und stärken, aber nie jemanden zwingen, persönliche Ansichten nachzuplappern, wie das beim WT-Studium der Fall ist.
Wären die Zeugen Jehovas das geblieben, was die Bibelforscher damals waren, dann wären sie auch heute noch nicht viel mehr als eine der zahlreichen religiösen Gruppen, die ihr Leben damit verbringen, nach irgendwelchen Erkenntnissen zu suchen und ihr Leben nach dem auszurichten, was sie als Gottes Wille empfinden.
Der große Schwenk kam erst mit Rutherford, bei dem ich mir nur schwer vorstellen kann, dass er wirklich religiöse Empfindungen hegte. Er scheint mir eher ein Egomane zu sein, ein Machtmensch, der die harmlosen, religiös träumerischen Bibelforscher zu einer effizienten Vertriebstruppe unter straffer Führung umformte.
Unter Rutherford entstanden die Zeugen Jehovas heutiger Prägung, wobei die publizistische Ausrichtung durch den Geschäftsmann Knorr zum Höhepunkt getrieben wurde, der das Unternehmen Watchtower internationalisierte und das Führungssystem perfektionierte.
Spätestens seit Rutherford scheinen mir allerdings im Hintergrund Kräfte am Werk zu sein, die sich mit einem religiös ambitionierten Verlag allein nicht erklären lassen. Es ist schließlich nicht glaubhaft, dass es da in einem umgebauten Hotel in Brooklyn ein Dutzend Leute gibt, die tatsächlich an das unmittelbar bevorstehende Ende glauben, obwohl sie genau wissen, dass sie eben dieses schon seit über hundert Jahren verkünden.Beachte einmal was Jehovas Zeugen selbst über ihre Anfänge sagen:
die Geschichte um Russell!
Ich greife mal ein recht neues Buch aus dem Jahre 1973 heraus:
"Gottes tausendjähriges Königreich hat sich genaht"
Als die WTG dieses Buch schrieb, muss sie ja gewusst haben, was sie tat!
Seite 186, Abs. 5
Im Jahre 1876 schrieb der vierundzwanzigjährige Russell für diese Zeitschrift [Anm. die Monatsschrift Bible Examiner, redigiert von George Storrs, in Brooklyn (New York)] einen Aufsatz über diese Frage. Dieser Beitrag wurde in der Oktober-Ausgabe des Jahres 1876 veröffentlicht, der 1. Nummer des Bandes XXI.
Seite 187, Abs. 6
Im folgenden Jahr (1877) brachte Russell zusammen mit Nelsen H. Barbour von Rochester (New York) das Buch heraus Three Worlds, and the Harvest of This World (Drei Welten und die Ernte dieser Welt).
Seite 187, Abs. 7
Deshalb nannte Charles T. Russel seine »»»religiöse Zeitschrift«««, die im Juli 1879 erstmals erschien, Zion's Watch Tower and Herald of christ's Presence (Zions wacht-Turm und Verkündiger der Gegenwart Christi).
Anmerkung:
Später war Russell, der Präsident der Watch Tower Bible and Tract Society
Nach eigener Aussage der Wachtturmgesellschaft ist die Zeitschrift "Der Wachtturm" eine »»»religiöse Zeitschrift«««
Und wer druckt diese »»»religiöse Zeitschrift««« ???
Natürlich der »»»religiöse Verlag««« WATCH TOWER SOCIETY aus Brooklyn N.Y. USA
Jehovas Zeugen sind nach meiner Meinung KEINE Religion. Es gibt sie gar nicht. Wenn Jehovas Zeugen die "Wachtturmgesellschat" benutzen ist das so, als würde der Schwanz mit dem Hund wackeln.
Es gibt nur diesen "religiösen Verlag" der für seine Art der Bibelauslegung den Begriff "Jehovas Zeugen" benutzt.
